Das hat der Florian gut gemacht!

Sein "Integrationsteam" gewann das (Kleinfeld, 6:6) Fußballturnier am letzten Samstag.

 

Mit Siegen gegen die "Kampftrinker04" (2:0), die "Kicker" (4:1), die "Bolzplatzkrieger" (1:0) und ein Unentschieden gegen den "BV Hausheim" (0:0) wurde der Grundstein des Turniersiegs gelegt.

 

Da störte auch nicht die einige Niederlage gegen den "FC Pfostenknaller" (0:2).

 

Florian Uebelhör, der Coach und Betreuer der Sengenthaler Integrationsgruppe kann sehr Stolz sein über das fußballerische und taktische Können seiner Truppe.

 

Die Syrer, Afghanen und Iraker nahmen mit stolzer Brust den Siegerpokal entgegen.

Ein gelungener Tag in Sengenthal im Sinne der Integration. 

0 Kommentare

Firmenlauf Neumarkt 2017 - Wir waren dabei!

Welch ein toller Tag.

 

Der Automobile-Fischer-Firmenlauf am 20.07.2017 war für die Neumarkter Flüchtlingshilfe und unseren Teilnehmern ein voller Erfolg.

 

Unsere hochmotivierte Gruppe von über 20 Teilnehmern schlug sich toll. In der Teamwertung gewannen wir den ersten Platz, in der Einzelwertung gewann Ahmad SHEKHSIDI mit 18 Minuten und 23 Sekunden den 6. Platz, und das bei über 1.600 Teilnehmern.

 

Unser besonderer Dank gilt den Sponsoren, der Firma Automobile-Fischer und dem Lions-Club Neumarkt.

 

Unsere BESTEN:

SHEKHSIDI Ahmad 0:18:23,8

JUMAKHAN Alekozai 0:19:02,8

LAJEVARDI Evas 0:19:03,9

0 Kommentare

Behördenfussballturnier Neumarkt 2017

Sieben Mannschaften trafen sich zum Behörden-Fußballturnier am Dienstag, 11.07.2017 auf dem Sportplatz des SV Pölling. Jede Mannschaft spielte gegen jede andere - bei 15 Minuten Spielzeit, 7 gegen 7 auf einem Kleinfeld.

 

Die Neumarkter Flüchtlingshilfe stellte ebenfalls eine Truppe, zusammengestellt von Trainer Roland Zeltner.

Knappe Niederlagen gegen die Polizeistation Neumarkt, Stadtverwaltung Neumarkt, Raiffeisenbank Neumarkt und Klinikum Neumarkt konnten nicht verhindert werden.

 

Hoffnung machten dafür die beiden Unentschieden gegen die AOK-Neumarkt und dem Neumarkter Landratsamt.

 

"DABEISEIN IST ALLES" - diese Erkenntnis nahmen die Spieler aus Afghanistan, Pakistan und Syrien mit. Wichtiger als die sportlichen Ergebnisse waren die integrativen Kontakte, die auch beim anschließenden Zusammensein zustande kamen.

0 Kommentare

Wir machen mit! Firmenlauf Neumarkt 2017

WIR MACHEN MIT!

 

Fischer Automobile Firmenlauf, Donnerstag, 20.07.2017.

 

Start und Ziel: Neumarkter Volksfestplatz.

 

16:00 Uhr - 21:00 Uhr: Messestände auf dem Volksfestgelände vor den Jurahallen.

 

Treffen der Teilnehmergruppe "Flüchtlingshilfe-Neumarkt/Chancen-statt-Grenzen": spätestens 17:30 Uhr für Warm-up, Fotos, Besprechung, Startnummernausgabe, ....

 

Anwesende Organisatoren: Harald Salzmann und Wilhelm Müller.

 

Laufgruppenname: "Chancen-statt-Grenzen"

 

 

Start Wettkampf: 18:30 Uhr.

 

Siegerehrung: 20:00 Uhr.

 

Running-After-Show-Party mit LiveAct: 19:30 Uhr - 22:30 Uhr.

 

Kulinarisches - essen - trinken - feiern: 16:00 Uhr - 22:30 Uhr.

 

Laufstreckenlänge: ca. 5 km.

 

Strecke: Volksfestplatz, Nürnberger Straße, Kanal, Landesschaugelände und zurück.

 

Kosten pro Teilnehmer: 17,00 €, wird von Sponsoren gezahlt werden.

 

Jeder Teilnehmer unserer Flüchtlingsgruppe erhält am Veranstaltungstag ein einheitliches Gruppen-T-Shirt.

 

Wer aus der Flüchtlingshilfe Neumarkt (Flüchtlinge, Flüchtlingshelfer) Interesse hat, bitte bis Donnerstag, 

 

06.07.2017 melden bei

- Wilhelm Müller, wilhelm@chancenstattgrenzen.org, 0170/4416968 oder bei

- Harald Salzmann, salzmann-nm@web.de, 0176/42029822.

 

Wir brauchen folgende Daten des Teilnehmers:

- Familienname

- Vorname

- Nationalität

- Geburtsdatum (bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erforderlich)

- Wohnadresse: Straße, Hausnummer, PLZ, Ort

- Telefonnummer

- T-Shirt-Größe (S/M/L/XL/XXL)

 

Unser Kontingent ist begrenzt. Bei sehr vielen Interessenten müssen wir eventuell auswählen.

Download
Anmeldung
FaLauf 2017 AnmeldeBlatt--.jpg
JPG Bild 202.1 KB
0 Kommentare

Bilder der Ausstellung Fit in Neumarkt 6./7.5.2017

0 Kommentare

Fit in Neumarkt

Hallo Zusammen,

 

im Rahmen des Neumarkter Frühlingsfestes veranstaltet die Stadt Neumarkt eine Ausstellung.

"FIT IN NEUMARKT".

 

Da wir uns auch als eine fitte Flüchtlingshilfegruppe verstehen, nehmen wir daran teil.

 

Ort:

Kleine Jurahalle Neumarkt, Stand in der Halle Richtung Hallenvorplatz.

 

Ziel:

- Vorstellung der Flüchtlingshilfe Neumarkt allgemein

- Vorstellung speziell der aktuellen sportlichen

 

Aktivitäten:

- Animierung der Bevölkerung zur Teilnahme an sportlichen Aktivitäten von/in Flüchtlingsgruppen

- Animierung der Bevölkerung zur Gründung neuer Sportinitiativen mit Flüchtlingen (da kennt die Phantasie keine Grenzen).

 

Die Ausstellungszeiten:

- Samstag, 06.05.2017, 10:30 Uhr - 18:00 Uhr

- Sonntag, 07.05.2017, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

 

Alle in der Flüchtlingshilfe Beteiligten sind natürlich herzlich eingeladen (um nicht zu sagen, verpflichtet), sich am Standgeschehen zu beteiligen. Es wäre toll, wenn immer einige Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer/Trainer/Paten am Stand sind, damit ein lebhaftes Bild präsentiert wird. Wir wollen der Bevölkerung zeigen, dass Flüchtlinge und Neumarkter Bürger gut miteinander können und dass Integration hier in Neumarkt weitgehend funktioniert.

 

@Sportgruppen: Macht Euch doch bitte darüber Gedanken und teilt mir mit, wann Ihr vermutlich mit Eurer Truppe kommt. Ich möchte gerne einen "Stand-Belegungsplan" erstellen.

Vermutlich immer oder abwechseln anwesend werden sein: Harald Salzmann und Wilhelm Müller.

 

@Paten, Flüchtlingshelfer, CsG-ler, FlüHi-ler, ...: Wäre schön, wenn ich auch von Euch einige feste Standbesetzungsmitteilungen erhalte mit Tag und Uhrzeiten.

 

Als Eye-Catcher wird permanent eine Videoshow der Neumarkter Flüchtlingshilfe gezeigt (lasst Euch überraschen).

Vielleicht findet jemand auch einen Sponsor für Brotzeiten und Getränke.

 

Euer Willi

0 Kommentare

Restaurant Shahid's Tandoori hilft!

0 Kommentare

Integration durch Sport

Appell von Wilhelm Müller: „Wer einen Doppelpass zusammen gespielt hat, lernt sich kennen und schätzen.“

 

Nach diesem Leitspruch unterstützen die Flüchtlingshilfeorganisationen „Chancen-statt-Grenzen e.V.“ und „Flüchtlingshilfe-Neumarkt“ namens der Sportkoordinatoren, Wilhelm Müller und Harald Salzmann vier Sportgruppen mit Flüchtlingen und Deutschen. „Wir wollen bei der Integrationsaufgabe mithelfen“, so die Agenda des Vereins. Und dabei ist der gemeinsame Sport eine hervorragende Möglichkeit.

 

Da dies nicht immer und für alle Flüchtlinge über örtlichen Sportvereine möglich ist, haben sich vier Gruppen gebildet, die unabhängig von Sportvereinen regelmäßig miteinander Sport treiben, meist Fußball. Sommer wie Winter.

 

Dank der Stadt Neumarkt und dem Landkreis Neumarkt, welche im Winter die Hallenplätze zur Verfügung stellen, laufen diese Projekte das ganze Jahr.

 

Die besondere Hochachtung gilt den Gruppenleitern Roland Zeltner, Florian Uebelhör, Roland Hadwiger, Matthias Zischka und Sven Fernschild. Alle leisten eine vorbildliche und hervorragende Arbeit in Sachen Sport und Integration.

 

Am letzten Samstag hat der Verein nun die vier Gruppen zu einem Jahresabschluss 2016 eingeladen. Im Vereinsheim der DJK-Neumarkt trafen sich 54 Flüchtlinge (Syrer, Afghanen, Iraner, Iraker und Kurden) und Deutsche zu einem gemütlichen Abend.

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Müller begrüßte die Anwesenden und erklärte die Intension der Flüchtlingshilfe.
„Wir wollen Euch kennenlernen und wir wollen auch, dass Ihr lernt, wie wir Deutschen „ticken“. Wir wollen Euch in unsere Gesellschaft einbinden. Und das funktioniert nicht nur mittels Hochglanzbroschüren in den verschiedensten Sprachen, sondern durch gemeinsame Erlebnisse, so wie heute. Wir wollen soziale Kontakte schaffen.“
„Einige der Flüchtlinge werden vermutlich hier in Deutschland bleiben dürfen, und für diese ist es besonders wichtig, integriert zu werden.
Aber auch jene, welche Deutschland wieder verlassen müssen sollen Deutschland in guter Erinnerung behalten und wertvolle Erkenntnisse in ihre Heimat mitnehmen.“

 

Zwei der jungen Fußballer übersetzten die Begrüßung aus dem Stegreif ins Arabische, in Dari und in Pashto.

 

Wilhelm Müller´s Wunsch war es noch, dass in einem Jahr, wenn wieder so eine Veranstaltung läuft, eine Übersetzung nicht mehr nötig wird. Mit einem Schmunzeln: „Ich hoffe Ihr könnt dann so gut Deutsch, dass wir dann auf eine Übersetzung verzichten können!“

 

Nach einem hervorragenden Essen hatten alle noch zwei Stunden die Gelegenheit, auf den vier Bahnen zu kegeln. Alle hatten sichtlich viel Spaß und Freude.

 


mehr lesen 0 Kommentare

Spendenaktion für die Kinder in Aleppo

Das Restaurant Shahids Tandoori in Neumarkt in der Hallertorstraße 21 veranstaltet ganz spontan und in Kooperation mit Chancen statt Grenzen e. V. eine Spendenaktion für die Kinder in Aleppo!

mehr lesen 0 Kommentare

Herbergssuche

In Neumarkt ist schon bald wieder Weihnachten und es ist die bereits zweite Adventszeit in Deutschland, in der wir noch immer täglich in den Nachrichten über die Flüchtlingssituation hören. Waren letztes Jahr zu dieser Zeit noch unzählige Haupt- und Ehrenamtliche in der Erstaufnahme und in den Notunterkünften mit der Verteilung und Erstversorgung der vielen Menschen beschäftigt, so ist es dieses Jahr scheinbar ruhiger geworden und die Idee, sich besinnlich der Adventszeit hinzugeben, scheint verlockend. Leider ist es so entspannt aber auch in diesem Jahr nicht:

 

Die Neumarkter Erstaufnahme gibt es nicht mehr, die meisten Flüchtlinge sind mittlerweile in dezentralen Wohneinheiten, sogenannten Asylunterkünften untergebracht.Aber auch dort werden sie weiterhin betreut von Integrationshelfern aller Art. Denn eine weitaus schwerere Aufgabe passiert im Kleinen, nahezu Verborgenen: die Integration in unsere Gesellschaft.

 

Vereinzelt sieht man sie noch, die jungen Männer im Neuen Markt oder in der Bücherei, die das WLAN-Angebot nutzen, um mit dem Handy Kontakt zu Familie und Freunden zu halten. Aber die vielen anderen, die Familien und die Frauen, die sieht man höchstens mal im Supermarkt. Die Kinder gehen zur Schule. Die Eltern in den Integrationskurs.
Sie hoffen und suchen nach Möglichkeiten, an ihr früheres Leben anzuknüpfen.
Die meisten von ihnen haben mittlerweile positiven Bescheid vom BAMF bekommen und den Aufruf, ihre Notunterkunft schnellstmöglich gegen eine Sozialwohnung zu tauschen. Denn mit der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl beginnt das Leben mit ALG II, dem hierzulande unter "Hartz 4" bekannten Sozialhilfegeld.


Einen Job zu finden ohne richtig gute Deutschkenntnisse ist fast unmöglich. Eine Handvoll Flüchtlinge in Neumarkt hat dieses Glück bisher gehabt. Die anderen hoffen, dass jemand auf sie aufmerksam wird, durch die Hilfe des Jobcenters oder während eines Praktikums. Oder dass ihre Zeugnisse endlich anerkannt werden und sie studieren dürfen oder eine Ausbildung machen.

 

Die aktuelle Situation lässt sie davon aber nur träumen. Als Flüchtlingshelfer versuchen wir derweil, ihnen Hoffnung zu machen, um durchzuhalten. Denn ihre Situation ist durchaus angespannt: Wie lange sie bleiben werden, wissen die meisten nicht. Manche haben mit ihrer alten Heimat abgeschlossen, wollen hier Fuß fassen und sich ein Leben aufbauen. Manche leben in der Hoffnung, dass der Krieg bald vorbei ist und sie endlich wieder nach Hause können. Heimweh ist nicht selten ein Grund für das Fremdeln mit der "neuen Heimat Deutschland".


Aber die meisten sind sich ihrer Situation bewusst und die besteht darin, dass sie in meist einfachst in Stand gesetzten Häusern leben mit dem gerade Notwendigsten, was man zum leben braucht: ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch. Fenstervorhänge, Bilder an den Wänden oder Teppiche- oft nicht mal erlaubt. Etwa 8 qm stehen jedem Flüchtling zu, echte Privatsphäre ist nicht vorgesehen. Ausnahmen gibt es zwar, sie sind aber selten.

 

Je öfter wir in diesen Unterkünften sind, desto mehr wissen wir es zu schätzen, daheim die Haustür zu schließen, die eigene Küche-, den eigenen Fernseher-, ein Sofa zum ausruhen- oder das liebevoll gestaltete Kinderzimmer nutzen zu können.
In den Notunterkünftenes gibt oft Verbote, an dieser Wohnsituation etwas zu ändern, sie werden meist von privaten Personen zur Verfügung gestellt, die strengste Auflagen für ihre Bewohner entworfen haben, aus Angst, diese könnten das Wohnumfeld sonst völlig verunstalten.

 

Sowas hat es tatsächlich auch gegeben. In nicht wenigen Einzelfällen ist es zu unverhältnismäßigen Verschmutzungen und Zerstörungen in den Notunterkünften gekommen. Aber was diese vielleicht zwei Dutzend Personen angestellt haben, hat jetzt Auswirkungen auf die mittlerweile 2000 Menschen, die immer noch dort leben: der Ruf war schnell ruiniert.

 

Eine Wohnung für Flüchtlinge zu finden ist schon deshalb eine undankbare Aufgabe für uns Flüchtlingshelfer. Und: der Neumarkter Wohnungsmarkt ist extrem überfordert. Bewerbungen von Flüchtlingen auf eine bezahlbare Wohnung werden in 90 % aller Fälle nicht einmal beantwortet. Ablehnungen werden meist begründet mit "fehlendes regelmäßiges Einkommen", "Menschenschlag, der nicht in die Wohngemeinschaft passt", "Bewerber hat keine Kenntnisse vom deutschen Putzstandard", oder "Bewerber hat vielleicht vor, mehr Personen als angemeldet Unterschlupf zu gewähren". Oder es kommen die "sachlichen" Ablehnungen einiger Immobilienmakler in Neumarkt: "80 qm sind zu klein für vier Personen", "Vermieter istan beruflich gefestigten Mietern interessiert", "Mieteinnahmen und Ablösesumme sind nicht gesichert". Da klingen Angst, Unbehagen, Ablehnung und Vorurteile zwischen den Zeilen heraus. Mit Fakten hat das alles nichts zu tun.

 

Und die Zeit drängt: denn finden die Flüchtlinge in nächster Zeit keine Sozialwohnung, dann bleibt ihnen nur noch die Obdachlosenunterkunft, denn die Unterbringung in den Notunterkünften ist mit der Anerkennung eigentlich vorbei und sie gelten als "Fehlbeleger". In der Goldschmidtstraße wurde eine solche Unterkunft aufgrund der hohen Nachfrage gerade erweitert.


Aber was sind das für Aussichten? Wie soll denn Integration gelingen, wenn hunderte Flüchtlingsfamilien in Containern oder alten Bauernhöfen außerhalb der Stadt hausen, völlig angewiesen auf ihre Betreuer und Ehrenamtliche? Wer möchte denn mit seinen Kindern oder gar Babys dort unterkommen müssen? Sowas wünscht man niemandem.

 

Das Bild der Flüchtlinge ist leider schlecht geworden, bedingt durch bedrohliche Nachrichten über Einzelne unter ihnen.
Wir Flüchtlingshelfer haben aber ein differenzierteres Bild von ihnen: wir sehen die vielen Kinder, die mit Eifer deutsch lernen und neugierig und fröhlich sind. Wir sehen ihre Eltern, die für sie das Beste wollen und dafür sich und ihr vorheriges Leben komplett aufgegeben haben. Sie sind meist erschöpft, überfordert mit diesem neuen Leben, enttäuscht und müde vom ewigen Warten, aber auch gastfreundlich, interessiert und hilfsbereit. Sie versuchen, ihren Kindern die eigene Verzweiflung nicht zu zeigen, verwöhnen sie vielleicht ein bisschen zu viel deshalb, kämpfen sich durch den Integrationskurs, der echt nicht einfach ist und versuchen, im Behördendschungel nichts falsch zu machen. Sie greifen nach jedem Strohhalm.

 

Viele sind aus ihrem stabilen Leben in der Heimat vom Krieg herausgerissen worden, sie hatten Arbeit, Eigentum, Freunde, Zukunft. Das ist vorbei und auch wenn sie überlebt haben und hier in Sicherheit sind, der Verlust schmerzt. Wir sehen die jungen Männer, die fleißig, ordentlich und ausdauernd versuchen, sich ein Leben aufzubauen, dass ihnen eine Zukunft ermöglicht, manchmal, um die Familie daheim finanziell unterstützen zu können, manchmal um hier neu anzufangen nach dem Zusammenbruch ihres bisherigen Lebens und dem Verlust geliebter Menschen.

 

Unsere Erfahrung zeigt: haben diese Menschen einen festen Ansprechpartner oder einen Paten, der sich regelmäßig Zeit für sie nimmt, dann bekommen sie wieder Hoffnung, es entstehen viele Probleme erst gar nicht, alles geht etwas reibungsloser und auch die Sprachkenntnisse verbessern sich schneller durch regelmäßige Gespräche und Treffen.

Die wenigen Flüchtlinge, die in Neumarkt eine Wohnung gefunden haben, beweisen diese Theorie: es gab noch keine Beschwerden seitens der Vermieter, die Freude über eine eigene Wohnung führt schnell zu einer großen Verantwortungsbereitschaft für diese und zu ehrlicher Dankbarkeit.


Die meisten Flüchtlinge möchten nämlich gerne an diesem, unserem Alltagsleben teilhaben, sie wünschen sich Kontakt und hoffen, dass wir ihnen vorbehaltlos eine wahre Chance geben, hier Fuß zu fassen und nicht bloß geduldet zu sein. Momentan ist aber das Gegenteil der Fall: es fehlen uns an allen Ecken und Enden Menschen, die auch diesen Kontakt wollen und Zeit oder eben Wohnungen oder Jobs zur Verfügung stellen.

 

Ein Flüchtling als Mieter hat durchaus auch Vorteile: wie bei jedem ALG II- Empfänger werden Miet- und Nebenkosten bis zu einer festgelegten Grenze pünktlich direkt vom Jobcenter an den Vermieter überwiesen. Selbst für die Ablöse von Möbeln wird ein bestimmter Betrag anerkannt und vom Jobcenter direkt an den Vermieter überwiesen- der Flüchtling zahlt dieses Geld dann in kleinen Raten zurück. Aber abgesehen von diesen finanziellen Sicherheiten, hat man als Vermieter mit Flüchtlingen Menschen ein zu Hause gegeben, die momentan in einer denkbar ungünstigen Lage sind, die dankbar für jeden kleinen Schritt aufwärts sind und die eine ganz eigene Geschichte aus einer anderen Welt mitbringen, die für uns vielleicht fremd und manchmal unverständlich ist, aus der man aber so viel lernen kann, wenn man erstmal ins Gespräch kommt und sich darauf einlassen mag.
 
Als Flüchtlingshelfer erleben wir viel faszinierendes, wie zum Beispiel auch die manchmal beeindruckende Hingabe in die Religion, die als Anker und gewöhnte Tradition so manchem dieser Menschen viel Kraft gibt in dieser für sie schweren Zeit. Es gibt deshalb zwar auch Diskussionsstoff, aber die meisten Flüchtlinge sind erstaunlich offen dafür und erklären, warum das Kopftuch für sie wichtig ist, warum Ramadan ihnen Kraft gibt oder sie kein Schweinefleisch essen. Sie sind aber auch gewillt, uns zuzuhören und auf uns zuzugehen, denn sie alle sehen meist mit erstaunter Dankbarkeit, dass hier Rücksicht genommen wird auf Religion, zum Beispiel in der Schulkantine. Junge Frauen lernen dann hier schwimmen oder Fahrrad fahren, die kleinen Jungs und Mädchen gehen ganz selbstverständlich mit zum Sankt-Martinsumzug und die Familien lernen daheim mit ihren Kindern die Texte für das Krippenspiel in der Grundschule.
Für viele ist ein Hinterfragen der Religion bisher strengstens verboten gewesen und das Misstrauen, dass ihnen hier entgegenschlägt, verunsichert sie zunächst. Unser Eindruck ist für sie ganz neu, aber wie für sie, so kann es auch für uns interessant sein, unseren Glauben, Religion und Tradition zu erklären und mal aus einer anderen Sicht zu betrachten. 

 

Alles ist möglich, aber echte Integration erfordert Mut, Zeit und Offenheit. Wenn wir uns verschließen und allein auf staatliche Hilfe vertrauen, dann wird dieses Projekt scheitern. Integration ist die Bereitschaft einer ganzen Gesellschaft, die Türen zu öffnen und einzuladen. Integration verändert, bereichert aber auch und lässt beide Seiten wachsen.

Deshalb unser Appell an die Neumarkter: öffnet eure Türen, lasst euch nicht verschrecken, macht euch ein eigenes Bild! Gebt den Flüchtlingen eine Chance, hier bei uns eine Heimat zu finden. Seht sie nicht als störend, fremd oder lästig an, sondern als Menschen, die nicht das Glück hatten, in Frieden ihr Leben fortzuführen und jetzt bei uns gestrandet sind und eine Chance brauchen. Neumarkt ist eine großartige, schöne und -zu Recht- stolze Stadt. Es geht uns gut hier, uns fehlt es an fast nichts. Wir können nichts falsch machen, wenn wir die Flüchtlinge daran teilhaben lassen. Chancen statt Grenzen!

 

Wer dazu Lust hat und sein Leben gerne bereichern würde um neue Erfahrungen und vielleicht sogar neue Freunde, oder wer Fragen hat, der meldet sich einfach bei Hallo@ChancenStattGrenzen.org. Wir kennen viele Flüchtlinge persönlich und helfen gern, die ersten Berührungsängste abzubauen. Und wir sind auch dann Ansprechpartner, wenn es zu Missverständnissen oder Problemen kommen sollte!

0 Kommentare