Gastbeitrag "Werte" von Wilhelm Müller (auf Arabisch)

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Vielehe, Neumarkter Nachrichten, 02.03.2018

Im Rahmen der ehrenamtlichen Neumarkter Flüchtlingshilfe habe ich seit Jahren viel Kontakt mit Geflüchteten. Neben der Versorgung mit Basisbedürfnissen liegt mir auch viel an der Vermittlung unserer deutschen und europäischen Werte.

Deutschland und Europa haben sich in einem langen Prozess, der über hunderte von Jahre lief (ein blutiger Kampf gegen autoritäre, politische und religiöse Mächte), ein Wertegerüst geschaffen, das die Basis unseres heutigen Zusammenlebens darstellt. Ich verteidige diese Wertewelt nicht nur, weil ich Deutscher oder Europäer bin, sondern weil diese Wertewelt die Basis des deutschen und europäischen Erfolges ist. Wohlstand, Weltoffenheit, tolles Gesundheitssystem, hohe Lebenserwartung, große Aufnahmebereitschaft für Geflüchtete, ein ausgeprägtes soziales Netz, usw. Aber das wichtigste: KEIN KRIEG IN DEN LETZTEN 70 JAHREN.

Bedingt durch die großen kulturellen Unterschiede zu den Geflüchteten gibt es hier auch sehr viel Vermittlungsbedarf. Viele der Geflüchteten sind vor anderen negativen Werten geflüchtet (Krieg, Unterdrückung, Frauenverachtung, politische und religiöse Diktaturen, usw.) und können hier aufgenommen und versorgt werden, weil wir eben andere, europäische und deutsche Werte haben. Hätten wir die gleichen negativen Werte wie das Land, aus dem sie geflüchtet sind, wären vermutlich die Wenigsten hier her gekommen.

Und diese unsere Werte gilt es zu bewahren und zu verteidigen. Nicht wir müssen die anderen Werte übernehmen – nein – die Geflüchteten müssen sich an unsere Werte gewöhnen (ich weiß natürlich auch, dass es Biodeutsche gibt, die auch eine Werteschulung nötig haben).

Ich meine übrigens nicht Kultur, Essgewohnheiten, Religion, Kleidung usw., ich meine unsere Werte.

Was sind unsere verteidigungswürdigen Werte?

Meinungsfreiheit/Pressefreiheit, Religionsfreiheit/Religionswechselfreiheit, die Freiheit eine Religion ablegen zu können, Weltanschauungsfreiheit, Evolutionslehre/Wissenschaft, kritisches Denken, Säkularismus (d.h. Religion und Staat sind zwei getrennte Institutionen), Selbstbestimmung (auch die sexuelle), Demokratie/Gewaltenteilung, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Toleranz (aber nicht der Intoleranz), Vielfalt, Einehe, usw.

Und ich beobachte, dass wir hier und da die Werte aufweichen. Beim Thema Einehe sehe ich, dass der Staat m.E. nicht richtig reagiert. Selbstverständlich gehören Kinder zu den Eltern. Aber man muss nicht gleichzeitig eine Vielehe amtlich anerkennen. Eine Frau kann einen Mann haben und umgekehrt. Wenn weitere Personen im gleichen Haushalt leben (Freunde, Freund, Freundin), dann ist das ihre Sache. Das geht Außenstehenden nichts an.

Aber amtlich verheiratet können nur zwei Personen miteinander sein. Und da spielt es keine Rolle, woher die Geflüchteten kommen, wie es  in ihren Ländern gehandhabt wird, was irgendeine Religion dazu für Vorschriften hat. Das dürfen nicht unsere Maßstäbe sein.

Ich möchte auch nicht, dass eine Frau von Ihrem Mann geschlagen wird, nur weil es in irgendeinem Religionsbuch gefordert wird oder in einem Land so gehandhabt wird. Nein, wir haben unsere eigenen Regeln und Gesetze. Und das ist gut so.

Eine gefährliche Aufweichung sehen wir schon bei manchen Gerichtsurteilen. Auch die Zulassung von Kindsverstümmelungen aus religiösen Gründen (Beschneidung ohne deren Einverständnis, unwiderruflich) ist so ein Wertebruch. Bei uns muss die Unversehrtheit des Kindes vor Religionsfreiheit stehen.

Ich zumindest weiche in meinen vielen Gesprächen mit den Geflüchteten keinen Millimeter von unserer Wertewelt ab. Und ich stelle fest, dass dies überwiegend verstanden und geschätzt wird.

 

Autor: Wilhelm Müller, Sport- und Freizeitkoordinator CsG und Flüchtlingshilfe Neumarkt wilhelm@chancenstattgrenzen.org

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Jahresabschlussessen Sportgruppen

Wilhelm Müller, der Sport- & Freizeitkoordinator der „Flüchtlingshilfe Neumarkt“ und von „Chancen statt Grenzen“, hatte auch dieses Mal wieder zum Jahresabschlussessen der Sportgruppen mit Geflüchteten geladen. Anschließend wurde noch fleißig gekegelt.

 

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Sportlicher Leiter gesucht

Wir suchen ab sofort einen sportlichen Freiwilligen der eine gemischte Gruppe mit Flüchtlingen und Deutschen einmal pro Woche leitet.

 

Die Gruppe trifft sich zu folgenden Zeiten zum Fußballsport:

 

Sommer-Monate

- Mittwoch, 18:30 - 20:00 Uhr, Neumarkter Sportplatz

 

Winter-Monate

- Donnerstag, 18:45 - 20:30 Uhr, Neumarkter Hallenplatz

 

Wer hat Lust und traut sich das zu?

 

Sportgeräte (Fußbälle, Leibchen, ...) sind vorhanden.

 

Bitte melden bei Wilhelm Müller, 0170/4416968 oder per E-Mail wilhelm@chancenstattgrenzen.org.

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Gastbeitrag "Werte" von Wilhelm Müller

Liebe Freunde aus Syrien, Irak, Afghanistan, Iran, Pakistan!

 

ICH MÖCHTE ÜBER „WERTE“ MIT EUCH REDEN!

 

Ich arbeite nun schon über drei Jahre in der Neumarkter Geflüchteten-Hilfe (Chancen-statt-Grenzen e.V. und Flüchtlingshilfe-Neumarkt). Einige von Euch kennen mich, schließlich haben wir schon viele spannende Aktionen miteinander durchgeführt.

Neben der Aufgabe, Eure Basisbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Deutschunterricht, sportliche Betätigung, Freundschaft, Behördengänge, Wohnung, Orientierung, usw.) zu decken, war es mir schon immer ein Anliegen, Euch auch unsere deutschen und europäischen Werte zu vermitteln.

Bedingt durch den großen kulturellen Unterschied gibt es hier auch viel zu tun. Damit meine ich nicht andere Essgewohnheiten, Kleidung, Sprache, Familienstrukturen, Religion, Gewohnheiten usw. Nein, diese Unterschiede bereichern uns hier in Deutschland eher. Es war für mich immer spannend, ein syrisches oder ein pakistanisches Gericht mitessen zu dürfen.

 

Auch haben mich schon immer die unterschiedlichen Vorstellungen von Familienzusammenhalt imponiert.

Deutschland wird durch Euch nur noch bunter. Die Hamburger ticken anders wie die Oberpfälzer. Und nun kommen noch Syrer, Iraker, Afghanen usw. dazu. Bunt also. Kein Problem, für mich eher spannend.

 

Wichtig ist allerdings, dass wir uns alle auf eine gemeinsame Wertewelt einigen. Deutschland und Europa haben sich in einem langen Prozess, der über hunderte von Jahren lief (ein blutiger Kampf gegen autoritäre, politische und religiöse Mächte), ein Wertegerüst geschaffen, das die Basis unseres heutigen Zusammenlebens darstellt. Ich verteidige diese Wertewelt nicht nur, weil ich Deutscher oder Europäer bin, sondern weil diese Wertewelt die Basis des deutschen und europäischen Erfolges ist. Wohlstand, Weltoffenheit, geringe Kindersterblichkeit, hohe Lebenserwartung, gute medizinische Versorgung, Aufnahmebereitschaft für Geflüchtete, ein ausgeprägtes soziales Netz, usw. Aber das wichtigste: KEIN KRIEG IN DEN LETZTEN 70 JAHREN.

 

Viele von Euch sind aus Ländern geflüchtet, weil dort andere Werte und andere Umstände anzutreffen sind: Verfolgung, Krieg, Armut, usw..

 

Und Ihr seid zu uns gekommen, weil wir andere Werte haben und diese anderen Werte es uns möglich machen, Euch aufzunehmen und zu versorgen. Und Ihr Euch dadurch hier sicher fühlt. Daher ist für die meisten von Euch die Annahme und Akzeptanz dieser Wertestruktur selbstverständlich.

 

Und diese Werte wollen und müssen wir gemeinsam behalten und gemeinsam dafür eintreten. Weil wir uns darin wohlfühlen und weil Ihr dadurch eine Sicherheit bekommt.

 

Welche Werte meine ich?

 

- Meinungsfreiheit/Pressefreiheit

- Religionsfreiheit/Religionswechselfreiheit

- Die Freiheit, eine Religion ablegen zu können

- Weltanschauungsfreiheit

- Säkularismus, d.h. Religion und Staat sind zwei getrennte Institutionen

- Evolutionslehre/Wissenschaft

- Selbstbestimmung

- Demokratie/Gewaltenteilung

- Gewaltfreiheit

- Das Machtmonopol hat der Staat

- Sexuelle Selbstbestimmung

- Gleichheit von Mann und Frau

- Toleranz (aber nicht der Intoleranz)

 

Was wir aber in unserer Wertewelt nicht dulden sind:

 

- Homophobie

- Antisemitismus

- Kinderehen

- Gewalt

- Rassismus

- Islamismus

- Frauenunterdrückung

- Intoleranz

- Vielehen

- Machokultur

- Parallelgesellschaften

 

Ich weiß, dass es für manche von Euch ungewöhnlich ist, dass Frauen bei uns die gleichen Rechte haben wie Männer, dass nicht auf den Macho gehört wird sondern auf denjenigen, der die besseren, klügeren Argumente hat. Mir ist auch klar, dass Homosexualität in Euren Ländern vermutlich verboten war (und oft dramatisch bestraft wird).

 

Und besonders wichtig ist mir der Hinweis, dass wir keinen Antisemitismus dulden. Das kommt nach meiner Wertevorstellung nicht nur aus unserer schrecklichen deutschen Vergangenheit, sondern aus dem Selbstverständnis, dass jeder Mensch zuerst als Mensch betrachtet wird, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Nation, seines Glaubens, seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung usw.. D.h. ob ein Syrer, ein Hamburger, ein Afghane oder ein Israeli vor mir steht, ist mir zuerst egal. Ich nehme seine Herkunft zur Kenntnis, bewerte das aber nicht.

 

Ich bewerte die Eigenschaften, die er mir als individuelle Person entgegenbringt wie Empathie, Freundlichkeit, Anstand, Respekt, Höflichkeit, Wertschätzung, Fairness, Demokratieverständnis, Rücksichtnahme, Toleranz, Humor, Pünktlichkeit, Integrität, Ordnung und seine Einstellung zu Pluralismus, Liberalismus, Menschenrechte, Demokratie, Religionsfreiheit, Weltanschauungsfreiheit, Gleichberechtigung, Säkularisation, Selbstbestimmung, Offene Gesellschaft, Rechtsstaatlichkeit, Moral, Kindeswohl, Tierrecht, Ökologie, Nachhaltigkeit, Gewaltfreiheit, Wissenschaft, Evolutionslehre, Humanismus, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit.

 

Zurück zum Antisemitismus. Man kann verschiedener Meinung sein zur Politik des israelischen Staates. Das ist erlaubt und darf gewaltfrei diskutiert werden, sowie über jeden anderen Staat und seiner Politik diskutiert werden darf. Das ist nicht überall ein selbstverständliches Recht. Schätzen wir diese Freiheit.

 

Aber genauso, wie ich keinen Syrer oder Amerikaner verurteile, weil der syrische oder der amerikanische Staat etwas tut, was vermeintlich nicht in Ordnung ist, genauso möchten ich nicht, dass mittels Antisemitismus alle Israelis oder Juden generell verteufelt werden. Nein, das darf bei uns nicht  passieren.

 

Ich habe Sie ohne Rassismus empfangen. Ich habe Sie nicht als Syrer, Afghane, Iraner, Iraker oder Somalier begrüßt. Ich habe Sie als Flüchtling betrachtet, dem geholfen werden muss. Bitte vermeiden Sie selbst nun auch jeglichen Rassismus.

Unsere Wertewelt ist nicht verhandelbar. Ich helfe, wie viele andere auch, gerne. Und unser Staat gibt auch viel Geld für Hilfe und Integration aus. Und die meisten Deutschen nehmen Euch gerne in unsere Mitte. Und, um das klar zu stellen, die meisten von Euch haben das verstanden und genießen und leben diese Wertewelt.

 

Und die wenigen Flüchtlinge, die anderer Meinung sind: Ich werde keinen Zentimeter von unserer Wertestruktur abweichen. Weil sie gut für Euch Geflüchtete und gut für uns Deutsche ist.

 

Und wer damit überhaupt nicht klar kommt – kann Deutschland wieder verlassen. Auch dieses Recht existiert im liberalen Deutschland.

 

Wilhelm Müller, Geflüchteten-Helfer aus Neumarkt

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Ostendorfer Gymnasium Vortrag Schüler 8. Klasse

Am 04.10.2017 besuchte Wilhelm Müller, ein ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer, die 8. Klassen unseres sozialwissenschaftlichen Zweigs. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Sozialkundeunterrichts von Frau Lübeck und Herrn Meyer statt. Herr Müller erklärte uns seine Aufgaben innerhalb der Flüchtlingsinitiative „Chancen statt Grenzen“. Unter anderem möchte er die Integration der Flüchtlinge in Sportvereinen fördern. Dadurch erhalten die Flüchtlinge eine Beschäftigungsmöglichkeit und können gleichzeitig Freundschaften knüpfen. Bei Herrn Müllers Vortrag wird deutlich, welche Aufgaben ein Flüchtlingshelfer zu leisten hat und wie wichtig das soziale Engagement von Ehrenamtlichen für unsere Gesellschaft ist.

Unserer Meinung nach war sein Vortrag sehr ausführlich und gut erklärt, sodass die Punkte, die er aufzählte, auch leicht zu verstehen waren. Während er über seine Arbeit erzählte, konnte man auch sehr schnell erkennen, dass ihm das, was er tut, auch Spaß macht. Im Allgemeinen war es sehr schön ihm zuzuhören, da er einem sofort sympathisch vorkam. Gegen Ende der Stunde wurden dann Fotos gezeigt und die Fragen der Schüler beantwortet. Beispielsweise berichtete uns Herr Müller, dass er oft auch mit den Flüchtlingen auf Englisch spreche, wenn diese noch nicht so gut Deutsch könnten. Um das Ganze auf den Punkt zu bringen: Wir fänden es schön, wenn Wilhelm Müller auch nächstes Jahr wieder an unsere Schule kommen würde.

Nina Götz, Aliah Küneth, Renée Romeis, Julie Schuhmeier (8GM3)    

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Neumarkter Stadtlauf 2017

Beim Neumarkter Stadtlauf (17.09.2017) war die Neumarkter Flüchtlingshilfe auch heuer wieder mit einer Flüchtlings-Truppe von über 20 Läufern dabei. Anbei einige Bilder von einem schönen Ereignis.

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Fußballturnier in Berg am Samstag 9.9.2017

Der Florian, der Florian, der treibt seine Truppe mächtig an!

 

Die Sengenthaler Integrations-Fußballtruppe um Coach Florian Uebelhör wurde am Samstag, 09.09.2017, in Berg zu einem privaten Fußballturnier eingeladen.

 

Gerne nahm die Mannschaft daran teil, hat man doch so die Gelegenheit, mit deutschen Fußballern in Kontakt zu kommen. Und außerdem spielen die Jungs gerne und erfolgreich Fußball.

 

Von 16 Mannschaften landeten sie schließlich auf dem tollen dritten Platz - HOCHACHTUNG.

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Das hat der Florian gut gemacht!

Sein "Integrationsteam" gewann das (Kleinfeld, 6:6) Fußballturnier am letzten Samstag.

 

Mit Siegen gegen die "Kampftrinker04" (2:0), die "Kicker" (4:1), die "Bolzplatzkrieger" (1:0) und ein Unentschieden gegen den "BV Hausheim" (0:0) wurde der Grundstein des Turniersiegs gelegt.

 

Da störte auch nicht die einige Niederlage gegen den "FC Pfostenknaller" (0:2).

 

Florian Uebelhör, der Coach und Betreuer der Sengenthaler Integrationsgruppe kann sehr Stolz sein über das fußballerische und taktische Können seiner Truppe.

 

Die Syrer, Afghanen und Iraker nahmen mit stolzer Brust den Siegerpokal entgegen.

Ein gelungener Tag in Sengenthal im Sinne der Integration. 

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Firmenlauf Neumarkt 2017 - Wir waren dabei!

Welch ein toller Tag.

 

Der Automobile-Fischer-Firmenlauf am 20.07.2017 war für die Neumarkter Flüchtlingshilfe und unseren Teilnehmern ein voller Erfolg.

 

Unsere hochmotivierte Gruppe von über 20 Teilnehmern schlug sich toll. In der Teamwertung gewannen wir den ersten Platz, in der Einzelwertung gewann Ahmad SHEKHSIDI mit 18 Minuten und 23 Sekunden den 6. Platz, und das bei über 1.600 Teilnehmern.

 

Unser besonderer Dank gilt den Sponsoren, der Firma Automobile-Fischer und dem Lions-Club Neumarkt.

 

Unsere BESTEN:

SHEKHSIDI Ahmad 0:18:23,8

JUMAKHAN Alekozai 0:19:02,8

LAJEVARDI Evas 0:19:03,9

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