Spender-Interview mit Philipp Steffen

Philipp Steffen hat als erster Geld-Spender seit Vereinsgründung sein Vertrauen in CsG gelegt. Hier sein Statement:


Wer bist du und wie kommst du zu Chancen statt Grenzen e.V.?
Ich bin ein ganz normaler Kerl eigentlich, der sich aber ab und an Gedanken macht, wo er denn so hin will im Leben. Und da will man natürlich selbst glücklich leben, aber auch daneben was für andere tun. Ich bin jetzt 27 und verdiene zum ersten Mal in meinem Leben genug, dass ich sagen kann, es wäre fair, etwas davon abzugeben. Die Schwierigkeit ist dann nur: Wem kann man vertrauen, dass das Geld auch wirklich etwas bewirkt? Und da war es ein Pluspunkt, dass eine gute Freundin von mir sich bei Chancen statt Grenzen engagiert. Obwohl es bestimmt auch hier bei mir daheim in Fürth unterstützenswerte Projekte gibt.


Du bist also nicht aus dem Landkreis, trotzdem engagierst du dich. Wieso?

Natürlich kann das auch das Vertrauen stärken, dass man sagt, man spendet an Initiativen aus der eigenen Nachbarschaft. Weil das ja auch irgendwie "nahe liegt", im wahrsten Sinne des Wortes. Bei mir war es eben der persönliche Kontakt zu einer Freundin, von der ich weiß, sie würde nicht ehrenamtlich ihre Freizeit opfern, wenn es nichts bewirkt.


Wie betrifft dich das Thema Flüchtlinge bzw. was beschäftigt dich persönlich bei dem Thema?
Die Geschichte meiner Familie, besonders auf mütterlicher Seite ist eng mit dem Thema Flucht verknüpft. Erstens musste die ganze Familie mit acht Kindern damals nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien raus, von heute auf morgen. Die wirtschaftlichen Chancen waren aber im Bayern der Nachkriegszeit auch nicht die besten. Also sind einige aus der Generation meiner Oma weitergezogen, nach Kanada und in die USA. Sie mussten dort im Endeffekt von Null anfangen, sich ohne großes Startkapital oder Sprachkenntnisse ein Leben aufbauen. Aber sie haben eine faire Chance bekommen von den Menschen in der neuen Umgebung, die sie aufgenommen haben. Und ich finde, diese Chance sollten wir in der heutigen Zeit, wo es uns viel besser geht, auch den Menschen zugestehen, die zur Flucht gezwungen sind und dann bei uns ankommen.


Was würdest du dir zu diesem Thema wünschen (von welcher Seite auch immer)?

Ein bisschen Verständnis in den Medien wäre auf jeden Fall angebracht. Wenn ich mir Talkshows zum Thema anschaue, dann will ich manche, die da sitzen, oft anschreien. Da wird zum Beispiel über "Wirtschaftsflüchtlinge" gelästert, die es ja "nur auf unseren Wohlstand" abgesehen haben. Dabei kommen auch diese Leute aus einer Notlage. Kein Mensch lässt einfach aus einer Laune heraus alles, was er liebt und besitzt zurück. Das ist ja eine lange, beschwerliche und oft auch illegale Reise nach Westeuropa!


Was denkst du kann der Einzelne tun um sich einzubringen?

Helfen, wo man kann. Ist schon klar, dass das nicht allen immer möglich ist. Aber wenn man ehrlich ist, ist der Aufwand nicht immer so hoch, wie man glaubt. Ihr sucht zum Beispiel immer wieder Sachspenden und es kostet wirklich nur ein paar Minuten, den entsprechenden Gegenstand in ein Paket zu stecken und abzuschicken. Die meisten haben ja ziemlich viele Sachen zuhause, die sie gar nicht mehr verwenden.


Deine Abschlusstatement?

Macht einfach weiter so!


Danke Philipp für deine finanzielle Unterstützung. Wir hoffen einige tun es dir nach und ermöglichen und so durch viele kleine Beiträge Großes zu schaffen.


Unser Spendenkonto:


Chancen statt Grenzen e.V.
Sparkasse Neumarkt i.d.Opf-Parsberg

BIC: BYLADEM1NMA

IBAN: DE89760520800042380865

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